Felix Thalmann und Ralf Ramke
04.06.2021

BÜFA steuert sicher durch das Coronajahr

  • Wachstum auch im europäischen Auslandsgeschäft trotz volatiler Märkte
  • Nachhaltigkeit im Unternehmen verstärkt im Fokus

Trotz des massiven Einflusses durch die Corona-Krise konnte BÜFA ein gutes Ergebnis in 2020 erzielen. Auch in den neuen europäischen Gesellschaften ist es im vergangenen Geschäftsjahr gelungen, die nicht unerheblichen Auswirkungen der Krise zu meistern und profitabel zu wachsen. Zugleich hat das Oldenburger Chemieunternehmen seine Beschäftigten mit zahlreichen Maßnahmen sicher durch die Pandemie begleitet. Für die laufende Geschäftsentwicklung bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die teils starken Preiserhöhungen bei den Rohstoffen sowie Risiken und Einschränkungen bei der Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit von Rohstoffen und Handelswaren weiter auswirken werden.

Der konsolidierte Konzernumsatz der BÜFA-Gruppe konnte im Vergleich zu 2019 um rund 8 Prozent von 224 Mio. EUR auf 244 Mio. EUR gesteigert werden. Die Absatzmengen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr noch einmal um rund 8,5 % auf 166 tausend Tonnen erhöht. Das ordentliche Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte vor allem auch durch den Aufbau und Zukauf der neuen Standorte in Europa auf über 12 Mio. EUR gesteigert werden (Vorjahr 9,1 Mio. EUR).

„Das Jahr 2020 war herausfordernd, aber wir sind robust durch die Pandemie gekommen“, fasst Felix Thalmann, vorsitzender Geschäftsführer der BÜFA-Gruppe das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen. Die Corona-Pandemie habe die bisherige Arbeitswelt von einem auf den anderen Tag verändert: Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten seien ebenso eingeführt worden wie isolierte Schichten, verstärktes Arbeiten von zu Hause und zahlreiche digitale Kommunikationstechniken. „Unter all diesen Umständen konnten wir dennoch gemeinsam mit unseren Beschäftigten in vielen Bereichen die Weichen für unser zukünftiges Wachstum stellen“, so Thalmann weiter.

Im Coronajahr 2020 zeigten sich die Märkte durch veränderte Rahmenbedingungen sehr volatil. Während es im Bereich der Desinfektionsmittel und bei einzelnen Rohstoffen wie Ethanol, Isopropylalkohol oder Glycerin extrem hohe Nachfragen gab, entwickelte sich im vergangenen Frühjahr der europäische Composites-Bereich aufgrund von Betriebsschließungen und unterbrochenen Lieferketten stark rückläufig. „Insgesamt sind wir jedoch weiterhin breit und stabil aufgestellt sowie sehr solide finanziert. Die Eigenmittelquote liegt auf Gruppenebene bei rund 50 Prozent der Bilanzsumme“, ergänzt der kaufmännische Geschäftsführer Ralf Ramke.

Aufgrund der besonderen Versorgungssituation von Rohstoffen wirkten sich die klassischen Chemiehandelsgeschäfte insbesondere auch in den Benelux-Ländern und im Export positiv auf den Gesamtumsatz von BÜFA aus. Darüber hinaus wurde im Spätsommer 2020 das neue Hochregallager am Standort Hude-Altmoorhausen in Betrieb genommen, um die logistischen Potenziale weiter erhöhen zu können. Hinzu kamen die Investitionen in neue und moderne Abfülleinrichtungen, um zukünftig Abläufe noch effizienter zu gestalten.

Mit dem Kauf von AOC (UK) Ltd. in Großbritannien Anfang 2020 sowie dem Aus- und Aufbau des Distributionsgeschäftes im Bereich der Composites-Aktivitäten in Europa wurden zugleich wichtige Grundsteine für eine profitablere Entwicklung gelegt. „Auch hier ist erfolgreiche Arbeit geleistet worden, wenngleich der Einfluss der Pandemie auf die Geschäftsentwicklung nicht unerheblich war“, berichtet Ramke.

Bereits im vierten Quartal 2020 hatte sich im Composite-Bereich die Nachfrage aber wieder stabilisiert. Seit Jahresbeginn 2021 werden die Kapazitäten europaweit sogar auf Vollauslastung hochgefahren, da vor allem im Bausektor und im Freizeitbereich eine hohe Nachfrage nach Composite-Bauteilen besteht.

„Insgesamt stehen wir aktuell nach Ablauf des ersten Quartals 2021 in der BÜFA-Gruppe durchaus gut da. Dennoch beeinflussen die Preisentwicklungen und die Versorgungssicherheit nach wie vor das Tagesgeschäft. Der weitere Verlauf des Jahres bleibe daher herausfordernd“, so Ramke.

Ungeachtet der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie  ist und bleibt auch die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema bei BÜFA. Mit verschiedenen Maßnahmen stärkt das Oldenburger Chemieunternehmen nachhaltiges Handeln auf allen Unternehmensebenen. Auf den Prüfstand kommen dafür kontinuierlich sowohl Produkte als auch Prozesse. Gemeinsam mit Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurden beispielsweise in Workshops und Seminarmodulen im Herbst und Winter des vergangenen Jahres Konzepte für innovative Logistiklösungen, Digitalisierungslösungen im Kundenservice oder für regionale Klima-Projekte erarbeitet.

Darüber hinaus hat sich BÜFA in diesem Jahr noch ein großes Ziel gesteckt: „Wir wollen an unseren deutschen Standorten unsere Emissionen im direkten Einflussbereich klimaneutral stellen“, schildert Thalmann. Dafür unterstütze das Unternehmen in einem ersten Schritt Kompensationsprojekte wie die Wiedervernässung von Mooren. „Zugleich arbeiten wir in Projekten aber daran, unsere CO₂-Emissionen langfristig zu vermindern oder zu vermeiden“, erläutert der vorsitzende Geschäftsführer der BÜFA-Gruppe weiter. So sei die Installation einer Photovoltaikanlage genauso in Prüfung wie das Kanister-Recycling oder das Vorantreiben von E-Mobilität. „Für uns ist klar, dass Nachhaltigkeit der Indikator für erfolgreiche, wettbewerbsfähige Unternehmen sein wird“, ist Thalmann überzeugt.

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