BÜFA steuert sicher durch das Coronajahr

  • Wachstum auch im europäischen Auslandsgeschäft trotz volatiler Märkte
  • Nachhaltigkeit im Unternehmen verstärkt im Fokus

Trotz des massiven Einflusses durch die Corona-Krise konnte BÜFA ein gutes Ergebnis in 2020 erzielen. Auch in den neuen europäischen Gesellschaften ist es im vergangenen Geschäftsjahr gelungen, die nicht unerheblichen Auswirkungen der Krise zu meistern und profitabel zu wachsen. Zugleich hat das Oldenburger Chemieunternehmen seine Beschäftigten mit zahlreichen Maßnahmen sicher durch die Pandemie begleitet. Für die laufende Geschäftsentwicklung bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die teils starken Preiserhöhungen bei den Rohstoffen sowie Risiken und Einschränkungen bei der Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit von Rohstoffen und Handelswaren weiter auswirken werden.

Der konsolidierte Konzernumsatz der BÜFA-Gruppe konnte im Vergleich zu 2019 um rund 8 Prozent von 224 Mio. EUR auf 244 Mio. EUR gesteigert werden. Die Absatzmengen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr noch einmal um rund 8,5 % auf 166 tausend Tonnen erhöht. Das ordentliche Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte vor allem auch durch den Aufbau und Zukauf der neuen Standorte in Europa auf über 12 Mio. EUR gesteigert werden (Vorjahr 9,1 Mio. EUR).

„Das Jahr 2020 war herausfordernd, aber wir sind robust durch die Pandemie gekommen“, fasst Felix Thalmann, vorsitzender Geschäftsführer der BÜFA-Gruppe das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen. Die Corona-Pandemie habe die bisherige Arbeitswelt von einem auf den anderen Tag verändert: Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten seien ebenso eingeführt worden wie isolierte Schichten, verstärktes Arbeiten von zu Hause und zahlreiche digitale Kommunikationstechniken. „Unter all diesen Umständen konnten wir dennoch gemeinsam mit unseren Beschäftigten in vielen Bereichen die Weichen für unser zukünftiges Wachstum stellen“, so Thalmann weiter.

Im Coronajahr 2020 zeigten sich die Märkte durch veränderte Rahmenbedingungen sehr volatil. Während es im Bereich der Desinfektionsmittel und bei einzelnen Rohstoffen wie Ethanol, Isopropylalkohol oder Glycerin extrem hohe Nachfragen gab, entwickelte sich im vergangenen Frühjahr der europäische Composites-Bereich aufgrund von Betriebsschließungen und unterbrochenen Lieferketten stark rückläufig. „Insgesamt sind wir jedoch weiterhin breit und stabil aufgestellt sowie sehr solide finanziert. Die Eigenmittelquote liegt auf Gruppenebene bei rund 50 Prozent der Bilanzsumme“, ergänzt der kaufmännische Geschäftsführer Ralf Ramke.

Aufgrund der besonderen Versorgungssituation von Rohstoffen wirkten sich die klassischen Chemiehandelsgeschäfte insbesondere auch in den Benelux-Ländern und im Export positiv auf den Gesamtumsatz von BÜFA aus. Darüber hinaus wurde im Spätsommer 2020 das neue Hochregallager am Standort Hude-Altmoorhausen in Betrieb genommen, um die logistischen Potenziale weiter erhöhen zu können. Hinzu kamen die Investitionen in neue und moderne Abfülleinrichtungen, um zukünftig Abläufe noch effizienter zu gestalten.

Mit dem Kauf von AOC (UK) Ltd. in Großbritannien Anfang 2020 sowie dem Aus- und Aufbau des Distributionsgeschäftes im Bereich der Composites-Aktivitäten in Europa wurden zugleich wichtige Grundsteine für eine profitablere Entwicklung gelegt. „Auch hier ist erfolgreiche Arbeit geleistet worden, wenngleich der Einfluss der Pandemie auf die Geschäftsentwicklung nicht unerheblich war“, berichtet Ramke.

Bereits im vierten Quartal 2020 hatte sich im Composite-Bereich die Nachfrage aber wieder stabilisiert. Seit Jahresbeginn 2021 werden die Kapazitäten europaweit sogar auf Vollauslastung hochgefahren, da vor allem im Bausektor und im Freizeitbereich eine hohe Nachfrage nach Composite-Bauteilen besteht.

„Insgesamt stehen wir aktuell nach Ablauf des ersten Quartals 2021 in der BÜFA-Gruppe durchaus gut da. Dennoch beeinflussen die Preisentwicklungen und die Versorgungssicherheit nach wie vor das Tagesgeschäft. Der weitere Verlauf des Jahres bleibe daher herausfordernd“, so Ramke.

Ungeachtet der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie  ist und bleibt auch die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema bei BÜFA. Mit verschiedenen Maßnahmen stärkt das Oldenburger Chemieunternehmen nachhaltiges Handeln auf allen Unternehmensebenen. Auf den Prüfstand kommen dafür kontinuierlich sowohl Produkte als auch Prozesse. Gemeinsam mit Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurden beispielsweise in Workshops und Seminarmodulen im Herbst und Winter des vergangenen Jahres Konzepte für innovative Logistiklösungen, Digitalisierungslösungen im Kundenservice oder für regionale Klima-Projekte erarbeitet.

Darüber hinaus hat sich BÜFA in diesem Jahr noch ein großes Ziel gesteckt: „Wir wollen an unseren deutschen Standorten unsere Emissionen im direkten Einflussbereich klimaneutral stellen“, schildert Thalmann. Dafür unterstütze das Unternehmen in einem ersten Schritt Kompensationsprojekte wie die Wiedervernässung von Mooren. „Zugleich arbeiten wir in Projekten aber daran, unsere CO₂-Emissionen langfristig zu vermindern oder zu vermeiden“, erläutert der vorsitzende Geschäftsführer der BÜFA-Gruppe weiter. So sei die Installation einer Photovoltaikanlage genauso in Prüfung wie das Kanister-Recycling oder das Vorantreiben von E-Mobilität. „Für uns ist klar, dass Nachhaltigkeit der Indikator für erfolgreiche, wettbewerbsfähige Unternehmen sein wird“, ist Thalmann überzeugt.

BÜFA geht neue Wege mit „Azubi-Firma“ und Beteiligung an Startup

  • Auszubildende gründen bei BÜFA ihr eigenes „Unternehmen“
  • Chemieunternehmen beteiligt sich an Oldenburger Startup InProSens

Das Jahr 2020 ist geprägt durch die Corona-Pandemie und ihre zahlreichen Auswirkungen. So hat der Lockdown im Frühjahr auch bei BÜFA Spuren in der Geschäftsentwicklung hinterlassen. Im Verlauf des Jahres hat sich jedoch eine schrittweise Erholung abgezeichnet: „BÜFA ist durch die Corona-Pandemie sowohl positiv als auch negativ geprägt worden“, fasst Ralf Ramke, kaufmännischer Geschäftsführer bei BÜFA, zusammen.

Die durch das neuartige Virus hervorgerufene weltweite Krise bedeutet für BÜFA aber nicht Stillstand. Vielmehr werden neue Ideen oder auch Partnerschaften mit Startups und Neugründungen vorangetrieben.

Bei dem Oldenburger Familienunternehmen hat eine zukunftsorientierte, ausgezeichnete Aus­­bildung lange Tradition. Bereits vor der Corona-Pandemie ist bei BÜFA aber im Rahmen des Ausbildungskonzeptes ein weiteres Highlight entwickelt worden: die BÜFA-Auszubildenden haben in diesem Jahr eine eigenes „Unternehmen“ gegründet. „Bei BÜFA legen wir schon immer großen Wert auf eine praxisorientierte Ausbildung, in der auch eigenständig Aufgabenbereiche übernommen werden sollen“, berichtet Felix Thalmann, verantwortlicher Geschäftsführer der BÜFA-Gruppe. „Hier sind wir sogar noch einen Schritt weitergegangen: von Fachkräften der BÜFA lediglich beratend begleitet, haben unsere Auszubildenden von der Idee bis zur Realisierung auch alle relevanten Funktionen innerhalb einer neuen Azubi-Firma übernommen“, ergänzt Thalmann.

Entstanden ist eine Azubi-Firma mit dem Online-Shop www.gruene-tierwelt.de. Die Idee dazu wurde zu Beginn der Corona-Pandemie geboren. „Wir haben uns gefragt, was den Menschen wohl in diesen außergewöhnlichen Zeiten wirklich wichtig ist“, erzählt die Auszubildende Anna Pfeifer, wie die Idee zur „Firma“ entstand. „Mit einem tierischen Begleiter waren und sind viele Menschen nicht so einsam zu Hause“, so Pfeifer weiter. Für die Azubis war es daher eine logische Konsequenz, hochwertige, ökologische Produkte für Tiere anzubieten – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit von BÜFA.

Seit Anfang November 2020 bieten sie im neuen Online-Shop ein kleines Produktportfolio für Hunde, Katzen und Pferde, das nach und nach erweitert werden soll. „Gestartet sind wir mit Produkten, die wir selbst schon kannten oder uns für unsere eigenen Tiere gewünscht haben“, schildert die Auszubildende Vanessa Fischer. „Künftig heißt es jetzt auch, Erfahrungswerte mit Produkten zu sammeln, das Sortiment sinnvoll anzupassen und Kundenbedürfnisse aufzugreifen“, gibt Fischer einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Azubi-Firma und fügt hinzu: „Hier lernen wir im Kleinen, wie das große Ganze – eine Firma – funktioniert.“

Aber nicht nur im Bereich Ausbildung geht BÜFA neue Wege. Im Geschäftsfeld Cleaning ist das Chemieunternehmen auch eine Beteiligung mit dem Oldenburger Startup InProSens eingegangen. InProSens entwickelt innovative Analysesysteme für die Prozessanalytik und Qualitätssicherung. Auf Grundlage von Detektionstechniken können zahlreiche Substanzen in fester oder flüssiger Form zerstörungsfrei in Sekundenschnelle in diversen industriellen Produktionsprozessen gemessen werden. „Mit der Sensortechnik dieses jungen Unterneh­mens ergänzen wir hervorragend unser Produkt- und Dienstleistungsportfolio bei BÜFA Reinigungssysteme“, begründet Felix Thalmann das Engagement.

Eingesetzt werden soll der neuartige Nahinfrarotsensor NIRScreen zur Identifizierung von Textilmaterialen und zur Analyse von Verschmutzungen auf Textilien. Denn sowohl jede Gewebesorte ist beim Waschen und Reinigen unterschiedlich zu behandeln als auch jede Art von Fleck. „Der Fleckendetektor von InProSens unterstützt auf diese Art und Weise die effektive und schonende Reinigung von Textilgeweben in Kombination mit unseren Produkten“, so Thalmann.

Zusätzlich kann der Sensor auch zur Identitätsprüfung von häufig gefälschten Materialien eingesetzt werden. Beispielsweise können mithilfe des Sensors Echtleder- und Kunstleder­artikel eindeutig identifiziert und unterschieden werden.

Seit 2018 agiert InProSens als eigenständiges Unternehmen, das aus der Universität Oldenburg ausgegründet worden ist. Neben dem EXIST-Gründerstipendium vom Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie an der Universität Oldenburg weisen die Gründer bereits jahrelange Erfahrung im Bereich der Entwicklung von Sensorik und Analysegeräten auf. Zum Kernteam gehören die Chemiker René und Alexandra Ungermann, der Wirt­schaftsinformatiker Thore Stratmann sowie der Systemelektroniker Janek Willms.

 

(v.l.) Projektleiter Hans Zabel, und die Auszubildenden Carina Stanke, Dmitri Jaschutkin, Lars Plönzig, Laetitia Haase, Chiara Hagemann, Vanessa Fischer, Jana Baxmeyer, Leon Recknagel, Bjarne Göricke sowie Ausbildungsleiterin Sabine Hinrichs. Es fehlen die Auszubildenden: Anna Pfeifer, Sabrina Seifert

 

Ansprechpartnerin Presse:

Dr. Anette Koch-Wegener
Telefon: 0441 9317-175
E-Mail: anette.koch-wegener@buefa.de

 

BÜFA erzielt in 2019 gutes Geschäftsergebnis

• Ergebnis und Absatzmengen übertreffen angestrebte Planergebnisse
• Geschäftsentwicklung 2020 unter dem Einfluss der Corona-Krise

Das Oldenburger Chemieunternehmen BÜFA ist in 2019 weiter profitabel gewachsen. Entgegen des allgemeinen Branchentrends hat die BÜFA-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr ein ausgesprochen gutes Ergebnis erzielt. Auch der Start ins Jahr 2020 verlief zunächst äußerst positiv. Mit Blick auf die laufende Geschäftsentwicklung spürt BÜFA aber die Auswirkungen der Corona-Krise.
Der konsolidierte Konzernumsatz der BÜFA-Gruppe konnte im Vergleich zu 2018 um über 2 Prozent von 219 Mio. EUR auf 224 Mio. EUR gesteigert werden. Die Absatzmengen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr noch einmal von 159 auf 165 tausend Tonnen erhöht. Das Ordentliche EBIT verbesserte sich wieder und liegt mit 9,1 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 5,6 Mio. EUR.
„Wir haben uns in einem durchaus schwierigen Marktumfeld mit innovativen Produkten gut behauptet und neue Märkte, etwa im Bereich der gewerblichen Wäschereien, erschlossen“, fasst Felix Thalmann, vorsitzender Geschäftsführer der BÜFA-Gruppe, zusammen. „Wir sind breit und stabil aufgestellt und auch insgesamt solide finanziert. Die Eigenmittelquote liegt weiterhin über 50 Prozent der Bilanzsumme.“, ergänzt der kaufmännische Geschäftsführer Ralf Ramke.

Im ersten Quartal 2020 setzte sich die positive Geschäftsentwicklung noch unverändert fort. Mit dem Lockdown angesichts der Corona-Pandemie haben sich jedoch innerhalb kürzester Zeit veränderte Rahmenbedingungen in den einzelnen Geschäftsbereichen bei BÜFA ergeben. Bei BÜFA Reinigungssysteme schnellte im März der Absatz an Desinfektionsmitteln hoch. Um die extrem hohe Nachfrage zu bewältigen, sind zusätzliche Schichten unter Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingerichtet worden. Innerhalb von vier Wochen stieg der Umsatz von Personalhygieneprodukten um mehr als das Zehnfache an. Ebenso waren einzelne Rohstoffe, beispielsweise Ethanol, Isopropylalkohol oder Glycerin, in großen Mengen besonders nachgefragt. Stark rückläufig hat sich hingegen der gesamte europäische Composites-Bereich aufgrund von Betriebsschließungen und unterbrochenen Lieferketten gezeigt. Dies hat zu temporärer Kurzarbeit im Geschäftsfeld Composites geführt.
„Vor diesem Hintergrund werden wir insofern im Mai und Juni hinter unseren Erwartungen liegen“, resümiert Ralf Ramke. Basierend auf der aktuellen Prognose bewege sich die Geschäftsentwicklung der BÜFA-Gruppe frühestens ab der zweiten Jahreshälfte wieder in Richtung Plan. „Wir werden das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem Ergebnis abschließen, dass zwischen dem von 2018 und 2019 liegen wird“, so Ramke weiter. Die Erreichung der Jahresziele für 2020 stellt das Unternehmen deshalb unter Vorbehalt.
„2020 wird zwar ein herausforderndes Jahr bedingt durch die weltwirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, nichtsdestotrotz wird sich unser Unternehmen auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten behaupten“, zeigt sich Thalmann positiv. BÜFA lege seinen Fokus konsequent auf die drei strategischen Handlungsfelder Digitalisierung, Innovationen und Nachhaltigkeit, um gestärkt aus der Krise gehen zu können.
So wird in wenigen Wochen das neue vollautomatisierte Hochregallager bei BÜFA Chemikalien in Hude-Altmoorhausen in Betrieb genommen. Rund 10.000 Palettenstellplätze zur Einlagerung von Rohstoffen aller Gefahrstoffklassen sind hier entstanden. „Mit unseren Lagerkapazitäten schaffen wir die Möglichkeit, globalisierte Lieferketten wieder ein Stück weit zu lokalisieren“, erläutert Thalmann.

Im April brachte das Oldenburger Familienunternehmen zudem einen Onlinegroßhandel für Chemikalien an den Start. Mit www.chemiekaufen.de digitalisiert BÜFA den Chemikalienhandel weiter und erschließt neue Vertriebswege. Geschäftskunden können hier derzeit über 800 Grund- und Spezialchemikalien für verschiedene Branchen bestellen und liefern lassen. Es bleibt allerdings nicht bei diesem einen Online-Shop, weitere sind schon in Planung.
Darüber hinaus kooperiert BÜFA mit dem Land Niedersachsen bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln. Gemeinsam mit weiteren niedersächsischen Unternehmen soll nicht nur die kurzfristige, sondern die mittel- und langfristige Versorgung des Gesundheitswe-sens mit Schutzausrüstung sichergestellt werden. Zugleich hat sich BÜFA zur Aufgabe gemacht, im Geschäftsfeld Composites viruzide Oberflächen zu entwickeln, auf denen sich Keime nicht festsetzen können.

Ungeachtet dieser Entwicklungen verliert die BÜFA-Gruppe aber ein weiteres, wichtiges Thema nicht aus den Augen: „Nachhaltigkeit wird auch nach der Corona-Krise einen hohen Stellenwert besitzen. Aus diesem Grund halten wir mit unterschiedlichen Maßnahmen auch an unserem Ziel fest, BÜFA bis 2021 klimaneutral aufzustellen“, betont Thalmann die grundsätzliche Ausrichtung der Unternehmensgruppe.